Buch

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Missbraucht, misshandelt und verschenkt.
Dieses schreckliche Geheimnis bewahrt Emma bis zu ihrem 77. Sommer wie einen Schatz. Dass der Mistkerl von Stiefvater mit seinen 94 Jahren noch immer nicht in der Hölle schmort, wohin er längst gehörte, ändert alles. St. Ägyd, ihr einstiger Ort des Grauens, streckt wie eine Krake seine Fänge nach ihr aus. Immer öfter taucht Emma in die Abgründe ihrer Seele hinab, dem Ruf der Geister der Vergangenheit folgend. Jetzt kann sie ihre Traumatisierung nicht mehr weglächeln oder darüber hinwegtäuschen.
Dann taucht auch noch ihr Bruder Fritz aus der Versenkung auf. Der Wunsch nach Rache eint sie. „Wer mir wehtut, dem tu ich erst so richtig weh!“, hatte sie sich als Mädchen geschworen. Zeit, dieses Versprechen endlich einzulösen.

Welche Art von Buch ist “Nicht ohne meine Schatulle”? Ein Roman abseits von #MeToo?

“Nicht ohne meine Schatulle” lässt sich einordnen in das Genre erzählende Prosa, Unterhaltungs- und Gegenwartsliteratur bzw. zeitgenössische und moderne Literatur, und in das Subgenre psychologischer Roman.

Der Roman erzählt mit Rückblenden in die 1950er-Jahre die Schicksale zweier Geschwister, die als Senioren noch immer an ihren Kindheitstraumen leiden. Sie kommen unterschiedlich mit ihrer traurigen Kindheit zurecht. Bei Fritz zeigen sich die Spätfolgen seiner sexuellen Misshandlung offener. Emma hingegen hat sich eine makellose Fassade antrainiert, die ihre geschundene Seele vor neugierigen Blicken wie ein undurchdringlicher Panzer schützt. Sie versucht, ihre Traumatisierung zu verdrängen. Die einen bewundern sie in ihren hübschen Kleidern, in denen sie an Audrey Hepburn erinnert. Für die anderen ist sie die schrullige Alte mit einigen Ticks.

Beim Verfassen dieses Romans malte ich mir aus, welche Auswirkungen Kindesmissbrauch, Kindesmisshandlung oder Gewalt in der Familie auf die Betroffenen haben könne. Ich stellte mir folgende Fragen: Welche Spätfolgen kann ein Kindheitstrauma haben? Wie könne man es überwinden oder aufarbeiten? Gibt es Therapien? Welche Folgen von Kindesmisshandlung zeigen sich im Erwachsenenalter? Welche Symptome gibt es nach einer sexuellen Traumatisierung? Wie kann ich eine traurige Kindheit verarbeiten? Ist ein “normales” Leben überhaupt möglich? Gibt es die Täter-Opfer-Umkehr? Wie lassen sich Zwangsstörungen und Angststörungen verstehen und bewältigen? Wie gehe ich mit der Scham, missbraucht worden zu sein, und dem Wunsch nach Rache, nach Vergeltung um? Hatte ich Schuld? Wo war Gott? Warum hat mich Gott im Stich gelassen, warum hat er alles zugelassen? Sind sexuell traumatisierte Menschen zu Liebe fähig, zu Empathie und zu menschlicher Nähe? Wie verhalten sie sich später als Eltern?

Und jetzt fragen Sie sich, wie ich diese Fragen für meine Figuren beantwortet habe? Das kann ich hier nicht verraten, um dem Roman nicht die Spannung zu nehmen. Nur so viel: Fritz und Emma dürfen über die Stränge schlagen, sich so richtig austoben und zu durchaus unorthodoxen Methoden greifen, um sich an dem Mistkerl von Stiefvater zu rächen. Das funktioniert in Büchern, aber nicht im wirklichen Leben.

Kindesmissbrauch, Kindesmisshandlung, Kindheitstrauma und häusliche Gewalt sind naturgemäß keine heiteren Themen. Um dem Text eine mitreißende Note, eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen, mischt der charismatische Richie aus dem Dreierblues mit. Mit seinen markigen Sprüchen und seinen unorthodoxen Ideen peppt er die Geschichte ungemein auf und verleiht ihr den richtigen Drive. “Keine Panik auf der Titanic”, würde Richie sagen. Dank ihm machte das Schreiben ungeheuren Spaß. Dank Richie, dem charmanten Teufelskerl mit der losen Klappe im Tattootarnkostüm ist “Nicht ohne meine Schatulle” ein unterhaltsamer Roman. Für ihn ist Freundschaft kein geflügeltes Wort. Überzeugen Sie sich selbst!
Noch ein paar Worte zu den Örtlichkeiten: Die fiktive Geschichte ist in und um Graz, sowie in der Südsteiermark angesiedelt. Die Ortschaften St. Ägyd, St. Donat und Rebendorf, wie auch deren Bewohner und die beschriebenen Geschehnisse entspringen meiner Fantasie und haben nichts gemein mit real existierenden Orten, die diese Namen tragen. Bei den Schilderungen meiner Heimatstadt Graz verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.

Ist “Nicht ohne meine Schatulle” eine wahre Geschichte?

Eine persönliche Begegnung rührte wie bei Spurensuche. Diagnose Schizophrenie mein Herz. Diesmal war es eine ältere Frau, die in den Wirren des Zweiten Weltkriegs geboren worden war. Nennen wir sie Hanna. Sie schilderte mir unter Tränen, dass sie von frühester Kindheit an von ihrem Stiefvater missbraucht und als junger Teenager an fremde Leute verschenkt worden war. Sie hatte Mühe, das Unbegreifliche in Worte zu fassen, obwohl diese furchtbaren Geschehnisse Jahrzehnte zurücklagen. Und ich glaubte, meinen Ohren nicht zu trauen. Gleichzeitig war ich erstaunt, dass ich dieser liebenden Mutter und Großmutter ihre tiefe Wunde nie angemerkt hatte. Ihre Lebensgeschichte ließ mich nicht mehr los.
Hannas Geschichte lässt sich reduzieren auf missbraucht, misshandelt und verschenkt. Um diesen wahren Kern habe ich eine Geschichte gesponnen mit einem noch böseren, noch abartigeren Stiefvater. Frei nach dem Motto: böse, böser, am bösesten.
Hanna hat mich inspiriert. Dennoch ist “Nicht ohne meine Schatulle” frei erfunden.

Am Anfang war Hannas Geschichte. Dann begann ich mich in die Materie einzulesen. Bis ich eine erste Fassung geschrieben hatte, vergingen Jahre. Einerseits weil mir meine Roadnovel Dreierblues in die Quere kam. Andererseits, weil die Geschichte anfänglich zu wenig packend war. Heute weiß ich nicht mehr, wie oft ich den Text umgeschrieben habe. Aus meiner Sicht ist sie sehr dicht und facettenreich geworden. Überzeugen Sie sich selbst! ;)

Warum schrieb Barbara Schwarzl, die schreibende Apothekerin, ein Buch über Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch?

Am Anfang war Hanna. Aber nicht nur. Wie Sie habe ich schon unzählige Male in der Tageszeitung über sexuellen Missbrauch gelesen, oft nur als Randnotiz. Sie haben wie ich von Kirchenskandalen erfahren, denen massive Kirchenaustritte folgten. Wie Sie stelle ich mir vermutlich dieselbe Frage, warum sich Menschen so etwas Schreckliches antun. Vieles wird vertuscht, Manches dringt an die Oberfläche.
Plötzlich war ein amerikanischer Filmmogul mit seinen Übergriffen in aller Munde. Schnell zeigte sich, dass sich #MeToo nicht auf Hollywood beschränkte. Die Liste der übergriffigen Männer in Machtpositionen wurde immer länger, sie zog sich durch die Unterhaltungszene, die Mode-, Finanz- und Sportwelt bis in politische Kreise.
Dann fragte ich mich, wie es den Opfern fernab der Scheinwerferlichter erginge, denen keine mediale Aufmerksamkeit zuteil wird? Ihnen fehlt vielfach der Mut, ihre Peiniger anzuklagen. Die Scham sitzt zu tief. Oft ist der größte Feind in den eigenen vier Wänden oder im vertrauten Umfeld zu finden. Jetzt schließt sich der Kreis zu Hanna.
Laut den Österreichischen Kinderschutzzentren ist jedes 10. Kind von sexualisierter Gewalt betroffen, wobei nur eines von 10 sich jemanden anvertrauen kann.
2019 wurden 19.943 Opfer familiärer Gewalt von den Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen betreut. Rund 83% der unterstützten KlientInnen waren Frauen und Mädchen, ca. 90% der Gefährder waren männlich (Quelle: Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie (2020): Tätigkeitsbericht 2019). Mich erschrecken diese Zahlen, doch fürchte ich, dass die Dunkelziffer viel höher sein könnte.

Zwischendurch zweifelte ich, ob es eine gute Idee ist, einen Roman über sexuellen Missbrauch und seine Folgen, über Gewalt in der Familie ausgerechnet während einer Pandemie zu veröffentlichen. Ist aktuell nicht eher Lustiges gefragt? Zerstreut wurden meine Bedenken durch Medienberichte, dass Frauen in der Krise mehr denn je von häuslicher Gewalt betroffen wären, durch eine Internetrecherche zu statistischem Zahlenmaterial und durch KollegInnen, die sich in einer Autorengruppe als Betroffene outeten. Ich war erschüttert, dass es so viele verwundete Seelen gibt. Deswegen widme ich “Nicht ohne meine Schatulle” allen misshandelten und missbrauchten Kindern, allen Menschen, denen körperliche oder seelische Gewalt angetan wurde, allen Überlebenden von sexueller und häuslicher Gewalt.
Dass jede Art von Gewalt nicht spurlos an einem Menschen vorüber geht, liegt auf der Hand. Sie hinterlässt ihre Spuren und kann lebenslange Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben. Darum ist jeder Übergriff einer zu viel!

Ich möchte mir nicht anmaßen, zu wissen, was es heißt, misshandelt oder sexuell missbraucht worden zu sein. Deshalb ist „Nicht ohne meine Schatulle“ ein Roman und kein Erfahrungsbericht. Er soll unterhalten, aufrütteln und stellvertretend für viel zu viele Opfer, die lieber Überlebende genannt werden, anklagen. Ich möchte für Betroffene abseits der MeToo-Debatte als Sprachrohr fungieren, für jene, die sich dafür schämen, was ihnen angetan worden ist, die sich niemanden anvertrauen können und alleine mit ihrem Schmerz und ihren Seelenqualen fertig werden müssen.

Zielgruppe von “Nicht ohne meine Schatulle”?

Erwachsene, die gerne unterhaltsame, emotionale, zeitgenössische und kritische Texte lesen. Leser, die keine Scheu vor brisanten Themen haben.

Ich bin neugierig. Wo kann ich “Nicht ohne meine Schatulle” kaufen?

Als eBook mit den ISBN 9783753184623 (Neobooks) und 9783752141016 (Tolino), sowie als Printausgabe mit der ISBN 9783754114025 z.B. bei Buecher.de, über die Plattform Ihres Vertrauens, bei Ihrem regionalen Buchhändler und natürlich auch in den Online-Shops der österreichischen Buchhandlungen. Ich danke herzlich für den Kauf und wünsche unterhaltsamme Stunden.

Noch eine Bitte zum Schluss

Für AutorInnen sind Rückmeldungen ihrer LeserInnen ungemein wichtig. Darum meine Bitte an Sie. Ihnen hat das Buch gefallen? Fein. Dann schreiben Sie bitte eine Rezension auf dem jeweiligen Verkaufsportal. Gerne können Sie sie mir auch per Mail übermitteln. Und bitte, bitte betreiben Sie fleißig Mundpropaganda.
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#schreibendeApothekerin