2025 begann ich energiegeladen, inspiriert und reiselustig. 2025 begann bombastisch und endete mit einem Schicksalsschlag. Bis August schwebte ich auf Wolken. Es war alles luftig, leicht, einfach himmlisch. Und dann der Knall. Eine böse Laune des Schicksals. Von einer Sekunde auf die andere stürzte ich in einen tiefen Abgrund. Ich fiel sehr tief und scheine noch immer zu fallen. Meine Seele weint. Laut, herzzerreißend, nicht enden wollend. Die schlimmsten Geschichten lassen sich nicht erfinden, die schreibt das Leben selbst. Das ahnte ich längst. Jetzt weiß ich es aus eigener Erfahrung.
Als Apothekerin weiß ich, wie zerbrechlich die mentale Gesundheit ist, auch als Autorin von Büchern und Blogartikeln. Die Theorie wurde auf tragische Weise für mich zur Praxis. Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn die Seele weint. Ehrlich, das wünscht man niemanden.

Der Schmerz ließ mich verstummen. Es ist traurig, wenn eine Autorin verstummt, wenn seelische Qualen keinen Raum für Worte zulassen. Mir fehlt die Kraft zum Schreiben. Für diesen Jahresrückblick 2025, #jahresrückblog25, raffe ich mich auf.
Ich möchte es laut in die Welt hinausrufen: Jeder Moment mit einem geliebten Menschen ist kostbar. Glück und somit auch die psychische Gesundheit sind sehr zerbrechlich. Vieles schätzen wir erst, wenn es fehlt.

Was ist Reisen für mich? Kraftquelle oder Herausforderung?

2025 begann reisetechnisch vielversprechend und endete in einer veritablen Katastrophe.
Die ersten Monate des Jahres waren geprägt von einer Fernreise, von neuen Eindrücken und der Rückkehr nach Frankreich – einem Land, das mich immer inspirierte. Ich war erstaunt, wie sehr sich Paris zu einer lebenswerten, grünen Stadt gewandelt hatte.
In Vietnam lächelte ich noch vergnügt. Lesen Sie gerne meinen Reisebericht „Vietnam: Eintauchen in eine fremde Kultur zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt“ bei Diamir.

Reisen war für mich immer eine Quelle der Inspiration und der Kraft. Darüber wollte ich einen Blogartikel schreiben. Ich begann mit dem Entwurf. Veröffentlichen wollte ich ihn nach der Rückkehr aus meinem nächsten Urlaub. Plötzlich grätschte sich grausam und mit voller Härte das Leben dazwischen.
Jede Reise mit ihm war wunderschön. Bis auf die letzte. Wir fuhren gemeinsam weg, aber ich kehrte allein zurück und wartete zuhause auf seine Urne. Mein Schmerz lässt sich nicht mit Worten beschreiben, nur mit Gefühlen und sehr, sehr vielen Tränen.
Jeder Ort erinnert mich an das, was fehlt. Ich weiß, dass Reisen Kraft geben kann. Jetzt muss ich mich der Herausforderung stellen, allein die Welt zu erkunden – als Hommage an unsere gemeinsame Zeit und als Versuch, das Leben trotz allem weiterzuleben.
Wegen dieser bösen Laune des Schicksals wird Reisen künftig eher eine Herausforderung als eine Kraftquelle sein.

Was passierte, dass meine Seele weint?

Im Jahresrückblick 2024 schrieb ich, dass ich mich besonnen und zuversichtlich durch diese stürmischen Zeiten navigiere. Der Wind blähe die Segel auf, aber der Sturm könne mir nichts anhaben. Ein Jahr später finde ich mich zurückgelassen auf einem ramponierten, nicht steuerbaren Segelboot, von dem der Kapitän plötzlich über Bord ging. Der Sturm nimmt mir die Luft zum Atmen. Ich drohe zu ertrinken. Keine Rettung ist in Sicht. Was war passiert?

Es passierte ausgerechnet auf einer Reise, auf einer meiner liebsten Tätigkeiten mit meinem Lieblingsmenschen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind in bester Urlaubslaune am Strand. Ihr geliebter Mann verabschiedet sich nur kurz. Sie freuen sich schon auf den gemeinsamen Kaffee und die nächsten Schwimmgänge mit ihm.
Plötzlich bekommen Sie Angst. Zuerst nur vage, bald konkret.
Sie hören die Ambulanz. Wie in Trance erheben Sie sich, folgen der Richtung vieler Köpfe. Und dann sehen Sie, dass jemand reanimiert wird. Sie erkennen IHN nicht. Irgendetwas sagt Ihnen, dass ER es ist. Sie laufen. Sie werden festgehalten, als sie IHN auf einer Bahre an Ihnen vorbeitragen.
Vor Ihnen tut sich ein riesiger Abgrund auf. Sie fallen. Wochen lang fallen Sie immer tiefer. Tiefer und immer tiefer.

Anstatt mit ihm am Strand zu sein, sind Sie bei IHM auf der Intensivstation. Sie sehen IHN verkabelt vor sich, denken, dass das alles nicht wahr sein kann, dass er einfach zu jung und zu trainiert war, dass ausgerechnet ihm, so etwas passierte. Sie hoffen auf ein Wunder, aber es passiert keines.
Irgendwann müssen Sie akzeptieren, dass es keine Rettung mehr gibt. Dann beten Sie, dass er endlich einschlafen kann. Stellen Sie sich vor, Sie beten, dass Ihr liebster Mensch auf Erden endlich sterben darf!

Die Sonne scheint. Rings um Sie sind vergnügte Menschen, wie es im Urlaub sein sollte. Nur Sie sind traurig.
Sie blicken aufs Meer, als Ihnen jemand die Todesnachricht überbringt. Sie schreien laut auf. Noch nie zuvor haben Sie solche seelischen Qualen erlitten.

Obwohl Ihre Seele unerbittlich weint, müssen Sie alles organisieren: Ihre eigene Heimreise, die Überstellung des Toten, die Beisetzung zuhause, den engsten Kreis informieren.
Sie nehmen eine telefonische, psychologische Betreuung vom Kriseninterventionsteam in Anspruch. Sie bekommen am Flughafen spezielle Assistenz, finden sich zwischen alten, gebrechlichen Menschen wieder, sind aber dankbar, dass Sie sich nicht anstellen müssen, weil Ihnen die Kraft dafür fehlt.

Als Sie allein nach Hause kommen, erinnert Sie alles an die letzten gemeinsamen Momente vor Ihrer glücklichen Abreise in den Urlaub. Das war nur zehn Tage zuvor gewesen. In zehn Tagen kann sich ein Leben verändern. Leider oft schon innerhalb einer Sekunde.

Sie organisieren die Beisetzung, formulieren die Parte, schreiben eine Trauerrede. Wie in Trance kommen Sie diesen Aufgaben nach. Sie sind stark, aber nicht, weil Ihnen das alle wünschen. Sie wollen nur für IHN durchhalten.
Bei der Zeremonie tragen Sie selbst seine Urne, weil sich alles andere für Sie falsch anfühlt. Sie umklammern sie ganz fest, weil es das letzte Mal ist, dass Sie seine körperlichen Überreste umarmen können.

Nach der Beerdigung wird es still um Sie. Die Anrufe und Nachrichten werden immer weniger.

Sie gehen zur Psychotherapeutin. Sie diagnostiziert eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Sie ist unvoreingenommenen und hört Ihnen zu, wenn Sie über Ihren Schmerz und Ihren Verlust sprechen. Sie gehen zur Arbeit. Sie wissen, Sie müssen funktionieren. Ihren Job meistern Sie routiniert. Ihr Gegenüber sieht Ihnen vielleicht an, dass es Ihnen schlecht geht, aber Ihre Arbeit verrichten Sie gewissenhaft. Sie funktionieren so lange bis Sie irgendjemand fragt, wie es Ihnen geht. Dann werden Ihre Augen feucht und Ihre Stimme bricht. Sobald Sie allein sind, fließen die Tränen unkontrolliert.

Es kümmert Sie nicht mehr, dass Sie wie ein Gespenst aussehen. Ihr Schmerz nimmt Sie völlig in Anspruch, Sie können ihn nicht unterdrücken. Er ist Ihnen wie ein Brandmahl ins Gesicht geschrieben.

Jetzt verstehen Sie sicher, dass meine Seele weint. Mein geliebter Herzbube, mein Seelenmensch, mein bester Freund, mein Lebenspartner ist auf einer schönen Insel gestorben. Dieser Schicksalsschlag hat eine tiefe Wunde in mein Inneres gerissen. Eine Wunde, die nicht heilt. Es vergeht kein Tag ohne Tränen, kein Tag ohne eine für ihn entzündete Kerze.

Mit IHM habe ich zuletzt gelacht. Er brachte mich oft so sehr zum Lachen, dass mir die Tränen kamen. Jetzt weine ich längst keine Freudentränen mehr. Seit Monaten weine ich jeden Tag um IHN. Meine Seele weint.

Welche Rolle spielt für mich das Schreiben in der Trauerphase?

Das Schreiben war immer mein Rettungsanker – ob in meinen Büchern oder Blogartikeln. Seit mein Leben diese tragische Wende genommen hat, fehlt mir die Kraft und Inspiration zum Schreiben. Die Trauer ist so groß.
Anstatt zu schreiben, lese ich Bücher über Trauer, über Parapsychologie, über Nahtoderfahrungen, über Bewusstsein und Energie. Ich frage mich, ob es ein Leben nach dem Tod geben kann oder was passiert, wenn wir sterben. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mich mit diesen Themen einmal so intensiv beschäftigen würde.

Nach Monaten der Schreibabstinenz raffe ich mich zum ersten Mal auf, um diesen Blogartikel zu schreiben. Ich möchte authentisch und offen über meine Gefühle sprechen. Mit meinen Texten baue ich Brücken und schaffe gerade in schweren Zeiten Verbundenheit. Vielleicht gehen Sie diesmal über diese Brücke, um mir durch diese schwere Zeit zu helfen.

Mit diesem deprimierenden Jahresrückblick will ich Ihnen zeigen, dass ich vielleicht so wie Sie leide. Authentischer als mit diesem Seelenstrip kann ich mich vermutlich nicht zeigen.

Meine Erkenntnisse 2025 über psychische Gesundheit und Selbstfürsorge

In meinen Blogartikeln und Büchern thematisierte ich regelmäßig mentale Gesundheit und Selbstfürsorge. 2025 hat mich auf tragische Weise gelehrt, die Theorie in die Praxis umzusetzen.

■ Es ist wichtig, Hilfe anzunehmen und sich mit Menschen zu umgeben, die guttun.
■ Meine Nerven stärke ich täglich. Dabei hilft mir meine Expertise als Apothekerin. Mehr dazu in meinem Blogartikel Vitamine, Lavendel & Co gegen den Winterblues.
■ Die Trauer braucht Raum und Zeit. Ich finde, man muss sie zulassen.
■ Ich schäme mich nicht für meine Tränen. Sollen die Leute denken, was sie wollen. Nur wer intensiv geliebt hat, kann um einen geliebten Menschen intensiv trauern. Wo keine Liebe war, ist auch keine Trauer.
■ Wenn die Kraft fehlt, müssen Dinge liegen bleiben. Das zu akzeptieren, fällt mir schwer.
■ Was tut mir gut? Was könnte mir ein wenig Freude bereiten? Selbstfürsorge ist ein heikles Thema. Zu gerne vergesse ich darauf.
■ Gibt es irgendwo und irgendwann einen Lichtblick? Die Hoffnung auf ein erfülltes und schönes Leben nicht zu verlieren, ist aktuell meine größte Herausforderung.

Bücher und Blogartikel als Inspiration?

Möchten Sie mehr über Reisen an Sehnsuchtsorte oder in die Untiefen der Seele, oder Tipps von der schreibenden Apothekerin lesen? Mit meinen Texten schreibe ich gegen Stigmatisierungen an. Ich möchte Mut machen und zeigen, dass auch in dunklen Zeiten Verbundenheit und Heilung möglich sind.
Mehr Informationen finden Sie hier.

Meine Autorenprojekte 2025:

Als Autorin und Bloggerin schreibe ich über psychische Gesundheit und meine Leidenschaft für das Reisen. Das stellte 2025 mein Schicksalsschlag abrupt in den Schatten.

Venedig-Reisebuch: Anfang des Jahres ging es mit vollem Elan voran. Das letzte Drittel der ersten Fassung fehlt noch.
Romanidee: Figuren und Plot sind so weit klar, aber seit Monaten Sendepause und vermutlich für länger. Der nächste Roman könnte doch ein anderer werden. Mein tragisches 2025 liefert guten Stoff für einen autofiktionalen Roman.
Social Media: Seit Herbst bin ich offline. Hätte ich das früher tun sollen? Hätte ich mehr Zeit mit meinem Herzbuben verbringen sollen, als sie mit Posts für meine Autorenseiten zu vergeuden? Auch diese Fragen quälen mich.
Medienapothekerin: 2025 schrieb ich wieder einige Mini-Artikel für die KLEINE ZEITUNG. Leider ruht auch das bedingt durch meine Trauer.

8 Dinge, die mich 2025 lehrte

  1. Trauer macht einsam: Es gibt nur wenige Menschen, die meinen Schmerz verstehen und damit umgehen können.

  2. Manchmal kommt Hilfe unerwartet von Menschen, von denen man sie nicht erwartet hätte.

  3. Wenn der Tod an die Tür klopft, wird vieles unwichtig.

  4. Am Ende zählt nur die Liebe.

  5. Umgib Dich nur mit Menschen, die Dir guttun.

  6. Genieße jeden Moment mit Deinem Lieblingsmenschen und vergeude ihn nicht mit unwichtigen Dingen.

  7. Was ich anders machen würde, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.

  8. Dass ich mir eine To-do-Liste für alles, was ich noch erleben möchte, erstellen und zielstrebig abarbeiten muss. Ich kann nicht darauf vertrauen, dass mir ewig Zeit dafür bleibt.

Wofür bin ich 2025 dankbar?

○ Für jeden Moment mit meinem Herzbuben, für jede Erinnerung, für jedes Lächeln, für jede Umarmung, für jeden Kuss.
○ Für unsere Liebe, die auch den Tod überdauert.
○ Dass ich meinen Seelenverwandten treffen und eine so schöne Zeit mit ihm verbringen durfte.
○ Für das Mitgefühl von fremden Menschen, als mein Herzbube in der Fremde starb.
○ Für jedes Lächeln, für jedes nette Wort, für jede Umarmung, wenn es rings um mich dunkel ist.
○ Für die Unterstützung von Menschen, von denen ich sie nicht erwartet hätte.
○ Für unseren Garten, weil er mir trotz der vielen Arbeit, Trost spendet.
○ Für die herzlichen Kommentare in den Sozialen Medien, als ich über meinen Schicksalsschlag postete.
○ Für die ermunternden Worte von Leserinnen, dass ich nach der Trauerphase wieder schreiben solle.
○ Für jede unbeschwerte und unvergessliche Reise mit IHM.

Worauf bin ich 2025 stolz?

  1. Über den offenen Umgang mit meinem Verlustschmerz
  2. Dass es mich nicht kümmert, wenn ich in der Öffentlichkeit weine, weil sich die Tränen sowieso nicht zurückhalten ließen.
  3. Dass ich trotz dieses Traumas noch immer funktioniere und noch nicht zusammengebrochen bin.

Was waren 2025 die besten Entscheidungen, die ich getroffen habe?

2025 war ich endlich wieder in Frankreich, einem meiner Lieblingsländer. Als ich dort war, merkte ich erst, wie sehr ich es vermisst hatte.

2 Dinge, die ich 2025 über mich gelernt habe

  1. Ich bin stärker, als ich erwartet hätte.
  2. Ich kann unglaublich viel weinen.

Welche 5 wichtigen Lektionen hat mir 2025 mitgegeben?

○ Das Leben ist nicht planbar.
○ Genieße den Moment, es kann so unglaublich schnell für immer vorbei sein.
○ Warte nicht darauf, deine Träume zu verwirklichen. Wenn du Pech hast, ist deine Zeit vorzeitig abgelaufen.
○ Wahre Freunde sind die, die in deinen dunkelsten Stunden bei dir sind.
○ Das Leben ist fucking ungerecht!!!

Was war mein Motto von 2025?

„Flexibel bleiben“ wählte ich in meinem Jahresrückblick 2024 als Motto für 2025.

Und wie ich 2025 flexibel bleiben musste! Mit einem Schlag veränderte sich mein Leben. Anstatt der nächsten Reise plante ich SEINE Überführung. Ich bin noch mittendrin, mein Leben ohne IHN einzurichten. Das ist hammerhart.

Was ist mein Motto für 2026?

Folge dem Licht.

Wie können Sie mich 2026 als Autorin unterstützen?

Lesen Sie meine Bücher und Blogartikel, folgen Sie mir auf Facebook, Instagram und Threads, liken und kommentieren Sie und schreiben Sie mir bitte kurze Buchkritiken. Mit Ihrer Interaktion können Sie mich animieren, als Autorin weiterzumachen. Im Moment kann ich jede Animation, jeden freundlichen Schubs brauchen. Schreiben Sie mir, wie Ihnen mein Seelenstripping anlässlich meines katastrophalen 2025 gefallen hat.

Sind Sie BuchbloggerIn? Melden Sie sich gerne. Ich freue mich auf eine Zusammenarbeit.
Sind Sie JournalistIn? Lassen Sie uns über Tabuthemen plaudern, z.B. über die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen, die Traumatisierung missbrauchter Kinder, die Zerbrechlichkeit der mentalen Gesundheit, über Trauer usw.

Ich wünsche Ihnen und natürlich auch mir, dass mein nächster Jahresrückblick positiver ausfällt.
Alles Liebe,
Ihre @schreibendeApothekerin